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Produktnorm

DIN EN ISO 20957: Fitnessgeräte und stationäre Trainingsgeräte

Die DIN EN ISO 20957 legt fest, was ein Trainingsgerät können muss. Für Betreiber ist vor allem eine Angabe entscheidend: die Geräteklasse.

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Die Normenreihe DIN EN ISO 20957 regelt die Sicherheit stationärer Trainingsgeräte. Teil 1 enthält die allgemeinen Anforderungen, die weiteren Teile behandeln Gerätearten – Krafttrainingsgeräte, Ergometer, Laufbänder, Rudergeräte, Crosstrainer und andere.

Es handelt sich um eine Produktnorm. Sie richtet sich in erster Linie an Hersteller und beschreibt, wie ein Gerät konstruiert, geprüft und gekennzeichnet sein muss, bevor es in Verkehr gebracht wird.

Für Betreiber wird sie trotzdem relevant, und zwar an zwei Punkten: bei der Beschaffung und bei der wiederkehrenden Prüfung. In beiden Fällen geht es um dieselbe Frage – ist dieses Gerät für diesen Einsatz gebaut?

Kabelzug-Station mit offen liegenden Seilen und Umlenkrollen, daneben Crosstrainer und Rudergerät – DIN EN ISO 20957: Fitnessgeräte und stationäre Trainingsgeräte

Die Geräteklassen

Die Norm ordnet Geräte nach dem vorgesehenen Einsatzbereich ein. Die Einteilung ist auf dem Typenschild oder in der Betriebsanleitung angegeben.

Einsatzklassen nach DIN EN ISO 20957-1
KlasseVorgesehener EinsatzBedeutung für Betreiber
Klasse HHeimgebrauch, privatFür gewerbliche oder institutionelle Nutzung nicht zulässig
Klasse SStudio, gewerblicher und institutioneller EinsatzErforderlich in Studios, Vereinen, Schulen, Betrieben und Einrichtungen
Klasse IGeräte mit Genauigkeitsanforderungen an die LeistungsmessungRelevant für Leistungsdiagnostik, Reha und Forschung
Der praktische Kern: Ein Gerät der Klasse H in einem Studio, einem Verein, einer Schule oder einem Firmenfitnessraum ist ein Mangel – unabhängig davon, wie neu und wie gepflegt es ist. Es ist für diese Beanspruchung nicht ausgelegt.

Was die Norm vom Gerät verlangt

  • Standsicherheit auch bei ungünstiger Belastung und beim Auf- und Absteigen
  • keine Quetsch- und Scherstellen im Zugangs- und Bewegungsbereich
  • Abdeckung beweglicher Teile, insbesondere von Seilzügen, Ketten und Gewichten
  • Belastbarkeit tragender Teile mit definierten Sicherheitsfaktoren
  • Dauerfestigkeit über eine festgelegte Zahl von Lastwechseln
  • Not-Halt und Auslaufverhalten bei motorisch angetriebenen Geräten
  • Kennzeichnung mit Hersteller, Typ, Baujahr, Klasse und maximalem Nutzergewicht
  • Betriebsanleitung in der Landessprache

Für die wiederkehrende Prüfung ist der letzte Punkt überraschend wichtig: Fehlende oder unlesbare Kennzeichnungen sind ein eigener Mangelpunkt. Ohne Angabe des maximalen Nutzergewichts lässt sich die bestimmungsgemäße Verwendung nicht feststellen.

Was wir bei der Prüfung mit der Norm machen

Wir prüfen nicht die Konformität des Geräts – das ist Sache des Herstellers und beim Inverkehrbringen erledigt. Wir prüfen, ob das Gerät den Zustand hält, der bei der Konformitätsbewertung vorausgesetzt wurde.

  1. Feststellen der Geräteklasse anhand von Typenschild oder Unterlagen.
  2. Abgleich mit dem tatsächlichen Einsatz – passt Klasse zu Nutzung?
  3. Prüfung der sicherheitsrelevanten Merkmale im Ist-Zustand: Abdeckungen vorhanden, Not-Halt funktionsfähig, Standsicherheit gegeben.
  4. Kontrolle der Kennzeichnung auf Vollständigkeit und Lesbarkeit.
  5. Bewertung von Umbauten und Nachrüstungen, die die Konformität berühren können.

Der letzte Punkt kommt häufiger vor als gedacht: nachgerüstete Gewichte, getauschte Griffe, entfernte Abdeckungen. Jede Veränderung kann die ursprüngliche Konformitätsbewertung außer Kraft setzen.

Hinweise für die Beschaffung

  • Klasse S ist für jeden nicht-privaten Einsatz die Mindestanforderung
  • das angegebene maximale Nutzergewicht muss zur Zielgruppe passen
  • Verfügbarkeit von Ersatzteilen erfragen, bevor gekauft wird – sie entscheidet später über Reparatur oder Ersatz
  • Betriebsanleitung und Wartungsvorgaben müssen mitgeliefert werden und sollten archiviert werden
  • bei Gebrauchtkäufen: Klasse und Kennzeichnung prüfen, Unterlagen mitnehmen

Gerade der letzte Punkt spart später Geld. Gebrauchtgeräte ohne Unterlagen und ohne Typenschild sind bei jeder Prüfung ein Sonderfall, der Aufwand verursacht.

Häufige Fragen zur DIN EN ISO 20957

Wo finde ich die Geräteklasse?

Auf dem Typenschild, meist am Rahmen oder an der Unterseite, und in der Betriebsanleitung. Fehlt beides, lässt sich die Klasse häufig über Hersteller und Modellbezeichnung ermitteln.

Dürfen wir Heimgeräte im Verein aufstellen?

Nein. Der Verein ist institutioneller Betreiber; erforderlich ist Klasse S. Geräte der Heimklasse sind für diese Beanspruchung nicht ausgelegt und im Schadensfall kaum zu verteidigen.

Gilt die Norm auch für ältere Geräte?

Für das Inverkehrbringen gilt die Fassung, die zum Zeitpunkt des Inverkehrbringens galt. Bestandsschutz für den sicheren Zustand gibt es aber nicht: Das Gerät muss weiterhin sicher benutzbar sein.

Was bedeutet Klasse I?

Sie betrifft Geräte mit Anforderungen an die Genauigkeit der Leistungsanzeige – relevant in Leistungsdiagnostik, Reha und Forschung. Dort kommt zur Sicherheitsprüfung eine regelmäßige Kalibrierung hinzu, die wir nicht durchführen.

Geräteklassen in Ihrem Bestand prüfen

Wir stellen bei der Bestandsaufnahme fest, welche Geräte zur tatsächlichen Nutzung passen – und welche nicht.

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