Der Schulsport ist ein wesentlicher Bestandteil der kindlichen Entwicklung. Er fördert körperliche Fitness, soziale Kompetenzen und Teamgeist. Gleichzeitig ist er der Bereich mit der höchsten Unfallhäufigkeit im Schulalltag. Eine professionelle Gerätewartung spielt eine entscheidende Rolle dabei, dieses Risiko zu senken.
Die besondere Belastung von Schulsportgeräten
Sportgeräte in Schulen sind einer extremen Belastung ausgesetzt. Sie werden täglich von Hunderten Schülerinnen und Schülern unterschiedlichster Altersgruppen und Gewichtsklassen genutzt. Hinzu kommt, dass die Handhabung – etwa beim Auf- und Abbau durch die Schüler selbst – nicht immer sachgemäß erfolgt.
Das ist kein Vorwurf, sondern eine Tatsache des Schulbetriebs: Wechselnde Aufsicht, unterschiedliche Kenntnisstände und Zeitdruck zwischen zwei Unterrichtsstunden führen dazu, dass Geräte geschoben statt gefahren, Bolzen nicht bis zum Anschlag gesteckt und Matten geworfen statt getragen werden.
Diese intensive Nutzung führt unweigerlich zu Verschleiß:
- Schrauben und Wandbefestigungen lockern sich
- Holzteile an Sprossen, Holmen und Kastenteilen splittern oder reißen
- Bezüge an Matten, Böcken und Pferden reißen, das Kernmaterial liegt durch
- Federn an Sprungbrettern und Minitrampolinen ermüden
- Bodenhülsen korrodieren, Deckel verschwinden
- Rollen und Fahrwerke an fahrbaren Geräten blockieren
Warum Sichtprüfungen durch Lehrkräfte nicht ausreichen
Sportlehrkräfte sind angehalten, vor jeder Nutzung eine Sicht- und Funktionsprüfung durchzuführen. Das ist wichtig und richtig: Offensichtliche Mängel – ein gerissener Gurt an den Ringen, ein fehlender Bolzen, ein wackelnder Aufbau – lassen sich so sofort erkennen.
Eine tiefergehende technische Prüfung ersetzt das nicht. Haarrisse in Metallteilen, Materialermüdung im Inneren von Sprungkästen, nachlassende Spannkraft von Seilen oder eine Deckenaufhängung, deren Verschraubung sich über Jahre gelockert hat, sind mit bloßem Auge nicht zu erkennen. Dafür braucht es den geschulten Blick, das passende Werkzeug und – bei Deckenanlagen – die entsprechende Zugangstechnik.
Hinzu kommt die rechtliche Seite. Prüfen im Sinne der Betriebssicherheitsverordnung darf nur eine befähigte Person nach TRBS 1203. Eine Sportlehrkraft erfüllt diese Anforderung nicht, ein Hausmeister in aller Regel ebenfalls nicht. Ihre Kontrolle ist wertvoll, aber sie ist keine Prüfung.
Wer verantwortlich ist
Träger der Schulanlage ist meist die Kommune, bei weiterführenden Schulen teils der Kreis, bei Schulen in freier Trägerschaft die Einrichtung selbst. Die Pflicht, Sportgeräte in sicherem Zustand zu halten, trifft den Träger als Betreiber.
Die Schulleitung ist davon nicht befreit. Sie trägt die Aufsichtspflicht im laufenden Betrieb: erkennbare Mängel melden, gefährdete Geräte sperren, Nutzung untersagen. In der Praxis ist die Schnittstelle zwischen beiden der Punkt, an dem Informationen verloren gehen – der Mangel wird mündlich gemeldet, landet aber in keinem Vorgang.
Ein einfaches Gegenmittel: Meldungen schriftlich weitergeben. Eine kurze E-Mail an das Gebäudemanagement genügt und ist im Zweifelsfall der Nachweis, dass gehandelt wurde.
Der richtige Zeitpunkt: die Ferien
In der Unterrichtszeit ist eine Schulhalle praktisch nie frei. Sechs bis acht Stunden Schulsport, anschließend Vereinsbetrieb bis in den Abend – für Arbeiten an Hubanlagen, Deckenaufhängungen oder Bodenhülsen bleibt kein Fenster.
- Sommerferien: das größte Fenster, geeignet für vollständige Prüfung samt Wartung und kleineren Reparaturen
- Herbst- und Osterferien: gut für Nachkontrollen und die Abarbeitung offener Mängel
- Bewegliche Ferientage: brauchbar für einzelne Standorte
Weil alle Schulträger dasselbe Fenster brauchen, sind Sommerferientermine früh vergeben. Wer im Frühjahr anfragt, bekommt in der Regel einen Platz.
Was in Schulhallen typischerweise gefunden wird
Die Befunde ähneln sich über Bundesländer und Schulformen hinweg erstaunlich stark:
- gelockerte Wandbefestigungen an Sprossenwänden, besonders in Hallen aus den sechziger und siebziger Jahren
- fehlende oder nicht bündige Bodenhülsendeckel – Stolperstelle und Korrosionsquelle zugleich
- durchgelegene Weichböden, die optisch intakt sind und ihre Dämpfung verloren haben
- Basketballanlagen mit hakender Hubmechanik und nicht justierten Endschaltern
- Trennvorhänge mit überbrückter oder verstellter Sicherheitsabschaltung
Der dritte Punkt ist der heimtückischste. Ein Weichboden hat genau eine Aufgabe: dämpfen. Erfüllt er sie nicht mehr, ist er wertlos – und das sieht man ihm nicht an.
Fazit
Sicherheit im Schulsport entsteht aus dem Zusammenspiel zweier Ebenen: der täglichen Sichtkontrolle durch Lehrkräfte und der jährlichen fachlichen Prüfung durch eine befähigte Person. Keine der beiden ersetzt die andere.
Wie wir in Schulhallen vorgehen, steht auf den Seiten Wartung von Schul-Sportgeräten und Prüfung der Schulturnhalle.
