Die Frage kommt in fast jedem ersten Telefonat, und sie ist berechtigt. Trotzdem finden Sie auf dieser Seite keine Preisliste – nicht aus Geheimniskrämerei, sondern weil eine Zahl ohne Kenntnis des Bestands geraten wäre. Zwei Turnhallen derselben Größe können sich im Aufwand um den Faktor drei unterscheiden.
Was sich offenlegen lässt, sind die Faktoren, aus denen der Preis entsteht. Wer sie kennt, kann Angebote vergleichen und erkennt, wo ein auffällig günstiges Angebot seine Lücke hat.
1. Die Zahl der Geräte
Der wichtigste Faktor, und der einzige, den man vorab ungefähr kennt. Abgerechnet wird in aller Regel je Gerät oder je Gerätegruppe, weil auch geprüft wird je Gerät.
Hier liegt zugleich der häufigste Irrtum bei der Anfrage: Gezählt wird nicht, was sichtbar in der Halle steht, sondern alles, was zur Ausstattung gehört – Sprossenwände, Bodenhülsen, Deckenaufhängungen, Basketballanlagen, Trennvorhänge, Prallschutz, Kleingeräte im Geräteraum. Eine Halle, die „so sechs, sieben Geräte“ hat, kommt regelmäßig auf vierzig Positionen.
2. Die Art der Geräte
Die Prüfzeit unterscheidet sich erheblich. Ein Sprungkasten ist in wenigen Minuten beurteilt. Eine Kletteranlage mit Sicherungssystem, eine motorisch betriebene Hubkorbanlage oder eine Kraftstation mit mehreren Seilzügen brauchen ein Vielfaches davon – inklusive Zugang über Leiter oder Hubsteiger.
Deshalb ist eine Pauschale „pro Halle“ immer entweder zu teuer für die einfache oder zu billig für die aufwendige Halle. Ein Angebot, das nach Gerätegruppen aufschlüsselt, ist fast immer das ehrlichere.
3. Standorte und Anfahrt
Bei einem einzelnen Termin in einer einzelnen Halle macht die Anfahrt einen spürbaren Anteil aus. Bei mehreren Standorten desselben Trägers verteilt sie sich – und das ist der größte Hebel, den Sie selbst in der Hand haben.
Wer als Kommune oder Schulträger zehn Hallen betreut und sie einzeln beauftragt, zahlt zehnmal Anfahrt. Wer sie in einem Auftrag bündelt und uns die Reihenfolge planen lässt, zahlt sie einmal. Bei größeren Beständen planen wir mehrtägige Blöcke, sodass ganze Regionen in einem Zug abgearbeitet werden.
4. Der Zustand des Bestands
Die erste Prüfung eines lange nicht betreuten Bestands dauert länger als jede Folgeprüfung. Es fehlen Kennzeichnungen, Typenschilder sind unlesbar, Unterlagen sind nicht auffindbar, und ein Teil der Zeit geht in die Feststellung, was überhaupt da ist.
Das ist kein Nachteil, sondern ein Einmaleffekt. Ab der zweiten Prüfung ist der Aufwand deutlich niedriger, weil das Verzeichnis steht und nur fortgeschrieben wird.
5. Ob ein Bestandsverzeichnis existiert
Gibt es eine Liste mit Gerät, Standort, Typ und Baujahr, lässt sich ein Angebot innerhalb eines Tages rechnen – und es stimmt dann auch. Gibt es keine, kalkuliert jeder Anbieter mit einem Sicherheitsaufschlag, oder er nimmt die Bestandsaufnahme als eigene Position auf.
Wir machen Zweiteres: Bestandsaufnahme als eigene, einmalige Position, damit Sie sehen, was davon zur laufenden Prüfung gehört und was nicht wiederkommt.
6. Was zusätzlich beauftragt wird
Kleinigkeiten beheben wir während der Prüfung direkt – Verschraubungen nachziehen, Einstellungen korrigieren, Verschleißteile tauschen, wenn sie dabei sind. Das hält den Aufwand niedrig, weil dafür keine zweite Anfahrt nötig ist.
Alles, was Ersatzteile oder eigene Arbeitszeit in größerem Umfang braucht, weisen wir im Protokoll als Mangel mit Frist aus und bieten es gesondert an. Sie entscheiden dann, ob wir es machen, Ihre eigene Haustechnik oder ein Dritter. Die Wartung ist eine eigene Leistung und nicht Teil der Prüfung.
Was im Preis enthalten sein sollte
Beim Vergleich lohnt der Blick darauf, ob diese Punkte im Angebot stehen oder nachher dazukommen:
- Anfahrt und Rüstzeit
- Prüfprotokoll mit einer eigenen Zeile je Gerät, nicht als Sammelvermerk
- Bewertung der Mängel mit Dringlichkeit und Frist
- Prüfplakette am Gerät mit Prüfdatum und nächster Fälligkeit
- digitale Übergabe der Unterlagen, nicht nur Papier
- Rückfragen nach der Prüfung, ohne neue Rechnung
Warum das billigste Angebot selten das günstigste ist
Ein sehr niedriger Preis lässt sich technisch nur auf drei Wegen erreichen: weniger Zeit je Gerät, weniger Geräte im Umfang oder weniger Dokumentation. Die ersten beiden merken Sie nicht sofort. Den dritten merken Sie genau dann, wenn Sie das Protokoll brauchen – und dann steht dort „Turngeräte geprüft, keine Mängel“, was im Streitfall nichts belegt.
Die Rechnung, die zählt, ist nicht der Angebotspreis, sondern der Preis pro belastbar dokumentiertem Gerät.
Wie Sie ein belastbares Angebot bekommen
Damit wir verbindlich rechnen können, brauchen wir vier Angaben:
- Standort oder Standorte
- Art der Einrichtung – Schulhalle, Vereinsheim, Studio, Außenanlage
- ungefähre Gerätezahl oder, besser, das letzte Prüfprotokoll
- gewünschtes Zeitfenster, etwa Ferien oder Randzeiten
Mit diesen vier Angaben erhalten Sie in der Regel am selben Werktag ein Festpreisangebot. Wenn etwas unklar ist, rufen wir an, bevor wir rechnen – ein Angebot, das später „korrigiert“ werden muss, nützt niemandem.
Fazit
Der Preis entsteht aus Gerätezahl, Gerätetyp, Anfahrt, Zustand und Dokumentationstiefe. Alles davon lässt sich vorab klären, und nichts davon muss man raten. Ein Telefonat von zehn Minuten reicht meist, um den Rahmen zu bestimmen – und es kostet nichts.
